Wer war Nicolaus Gercken

 

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Fundator der Familienstiftung, die seinen Namen trägt,
und seine Familie.


W
er war Nicolaus Gercken?
Aus welcher Familie und welchem sozialen Umfeld kam er?

          Das Patronat seiner von ihm 1610 ins Leben gerufenen, nun 400 Jahre existierenden Stiftung informiert hierzu:

          Nicolaus Gercken wurde, lt. Geschichte der Stiftung, am 28. Februar 1555 als Sohn des Rektors der Neustädter Schule zu Salzwedel, Johannis Geriken, geboren. Sein Vater schickte ihn 1571 auf das Stadtgymnasium zu Magdeburg und im Jahr 1573 nach Rostock zur Universität, ein Jahr darauf nach Wittenberg, wo er drei Jahre wahrscheinlich Theologie studierte. Gleich nach seinem Abgang von der Universität wurde er als Konrektor in Stendal angestellt. Nachdem er drei Jahre dieses Amt verwaltet hatte, nahm er 1580 den Antrag des holsteinischen Edelmannes Breda v. Rantzow an, die beiden Söhne desselben nach Tübingen zu führen. Hier verweilte er bis 1584 und legte sich mit großem Eifer auf die Rechtswissenschaften. Von Tübingen ging er nach Basel, um sich dort zum Doktor juris promovieren zu lassen. Er hatte bereits die nötige Disputation gehalten und die Prüfung bestanden, als er, durch einen Brief seines Vaters veranlasst, den Plan aufgab. Der Vater riet ihm nämlich, die Kosten für die Promotion lieber auf seine praktische Ausbildung zu verwenden, und sich nach Speyer ans Kaiserliche Kammergericht zu begeben. Der Sohn, gewohnt den Wunsch seiner Eltern als Befehl zu betrachten, folgte seinem Vater, ging 1585 nach Speyer und bildete sich dort ein Jahr lang zum praktischen Juristen aus. Im folgenden Jahr 1586 ging er nach Magdeburg zurück und widmete sich dem Geschäfte eines Rechtsanwaltes. Nicht lange darauf (1590) verheiratete er sich mit Margaretha Busse, Tochter eines Doktors beider Rechte und Beisitzer des Schöppenstuhles zu Magdeburg. Im Jahre 1592 wurde er vom Herzog Wolff von Braunschweig-Grubenhagen zum Kanzler befördert und 1594 von demselben als Gesandter auf den Reichstag zu Regensburg geschickt. Noch in demselben Jahr berief ihn das Domkapitel Magdeburg zum Syndikus. Er folgte diesem Ruf und verwaltete das ihm übertragene Amt bis zu seinem Tode. Die von dem Collegiatstift St. Sebastian im Jahre 1602 auf ihn gefallene Wahl eines Canonicus lehnte er wegen seiner Amtsgeschäfte ab und erbat sich nur die Vergünstigung, in der Kirche dieses Stiftes beerdigt werden zu dürfen.
          Seine Ehe blieb kinderlos. Durch Tätigkeit und Sparsamkeit hatte er ein schönes Vermögen gesammelt. Seine Anverwandten waren sämtlich wohlhabend. Daher beschloss er, sein ganzes Vermögen zu einer milden Stiftung zum Besten der Nachkommen seines Großvaters zu bestimmen. Er fühlte, dass ihm kein langes Leben beschieden sei und schrieb deshalb bereits im Jahre 1607 seinen letzten Willen nieder. Drei Jahre darauf starb er am 16. August 1610, nachts zwischen 11 und 12 Uhr, im 55. Lebensjahr und wurde am 21. August, seinem Wunsch gemäß in der Kirche des Sebastianstiftes begraben.
Seine Zeitgenossen haben ihn als einen echt religiösen, gelehrten und äußerst rechtschaffenen Mann geschildert. Seine Lieblingsbeschäftigung in geschäftsfreien Stunden war die Lektüre juristischer und theologischer Schriften, von denen er eine treffliche Sammlung besaß und die er auch testamentarisch zum Gebrauch für seine Erben bestimmte.
In seinem Testament vom 27. November 1607 bestimmte er, dass „von meines Vaters seligen Brüdern und Schwestern her entsprossene…“ und ihre Nachkommen Nutznießer der Erträge seines Vermögens werden sollten, und zwar in Form von Stipendien bei einem Universitätsstudium.
          Vom Stifter selbst haben wir leider kein Bildnis, wohl aber von seinem Vater, dem besagten Rektor. Er ist auf einem Gemälde, Öl auf Holz, das durch die Jahrhunderte erhalten geblieben ist, dargestellt. Das Gemälde wird als Dauerleihgabe im Danneil-Museum zu Salzwedel gezeigt.
 


Die lateinische Inschrift des Bildes lautet übersetzt:

BILDNIS DES GELEHRTEN MANNES HERRN JOHANNIS GERIKEN, LEKTOR DES KIRCHLICHEN RECHTES AM MAGDEBURGER DOM. ANNO CHRISTI 1585. SEIN WAHRES LEBENSALTER 57.
 

          Wie er als Rektor der Neustädter Latein-Schule in Salzwedel - die sich unweit der Katharinenkirche befindet - nach Magdeburg gelangte, ist unbekannt. Sein Fachwissen in rechtlichen und theologischen Angelegenheiten muss entsprechend groß gewesen sein, dass er einen Ruf als Lector nach Magdeburg bekam. Er „resignierte“, wie es in der Geschichte der Stiftung heißt, auf sein Amt als Rektor der Schule in der Neustadt von Salzwedel und ging nach Magdeburg. Er war verheiratet mit Catharina geb. Buchwitz und hatte mit ihr zwei Kinder, Nicolaus und Catharine, später verehelichte Giese. Die Ehen beider Geschwister blieben kinderlos.
          Der Vater von Johannis Geriken war Nicolaus (auch Clawes) Gercken, ein Bürgermeister und Gewandschneider in der Neustadt von Salzwedel. Über die Tuchmacher und Gewandschneider hat unser Familiant Dr. Konrad Bluhm in einer seiner Familienschriften festgestellt, dass „unter dem 28. Mai 1233 die Markgrafen Johannes von Brandenburg und sein Bruder Otto der Gewandschneider-Gilde der Altstadt Salzwedel das ausschließliche Recht verbriefte, Gewand zu verkaufen und zu schneiden.“ Dabei ist unter „Gewand“ nicht ein fertiges Kleidungsstück in der heutigen Bedeutung dieses Wortes, sondern „gewendetes“, d.h. gefaltetes Tuch zu verstehen. 1351 wurde dieses Recht auch auf die Neustadt Salzwedel ausgedehnt. Tuchmacher und Gewandschneider waren damals sehr wohlhabende Leute. Aus einer solchen wohlhabenden großväterlichen Großkaufmanns-Familie, die einen Bürgermeister der Neustadt Salzwedel gestellt hatte, und einem gelehrten Vaterhaus stammte also unser Stifter Nicolaus Gercken.
          Vom Stiftergroßvater, dem Bürgermeister und Gewandschneider Nicolaus Gercken, kündet dieses Grabmal, das früher in der Nähe des Erbbegräbnisplatzes an der Außenwand der Katharinenkirche in Salzwedel zu sehen war. Zur Vermeidung von Witterungs- und sonstigen Sachbeschädigungen befindet sich dieses Grabmal jetzt im Inneren der Kirche.
 



Oben ist zu lesen:
DAS BLUT JESU CHRISTI REINIGET VON ALLEN SÜNDEN. (JOHANNIS Evangelium).

Die Inschrift am Fuß des Denkmals lautet:
NICLAUS GERCKENS BÜRGERMEISTER DIESER STADT IST SELIG IN CHRISTO ENTSCHLAFEN SEINES ALTERS 78 JAHR DEN 23. FEBR. ANNO 1579.
 

          Links daneben befindet sich das Wappen der Familie Gercken, das Zeichen rechts stellt eine Hausmarke dar.
          Wenn es dem Steinbildhauer gelungen ist, Nicolaus Gercken annähernd naturgetreu nachzubilden, haben wir eine gewisse Vorstellung, wie er (als einer unserer Urväter) ausgesehen hat.
 

       
Einer der wenigen erhaltenen Siegelabdrücke der Stiftung aus vergangener Zeit mit dem
Familienwappen in der Mitte.
Die Inschrift lautet: Gerckensches Familien-Stipendium
 

          Falls jemand nach der Lektüre dieses vorangegangenen Textes vermuten sollte, dass er durch den Namen Gerike oder Gerckens bzw. ähnliche Schreibweisen in seiner Verwandtschaft oder bei seinen Vorfahren auf diese Weise mit dem Stifter über dessen Großvater verwandt sei, um in den Genuss eines Stipendiums als Studienbeihilfe zu gelangen, dann sind ziemliche Hürden zu überwinden. Dazu muss die Blutsverwandtschaft mit dem Großvater des Stifters durch Abstammungsnachweise belegt werden, und zwar mit Tauf- und/oder Geburtsurkunden, die bis in die Jahre vor 1600 zurückreichen. Um die Verwaltungsarbeit zu erleichtern, hat man, wie hierunter dargestellt, die Geschwister des Stiftervaters als Ausgangspunkt gewählt und ihre sich daraus ableitenden Nachfahren-Linien mit einem Buchstaben versehen. Bei einigen der Geschwister ist die Nachkommenschaft schon seit längerer Zeit erloschen, bzw. es wurden seit langer Zeit keine Aufnahme-Anträge mehr gestellt.
Die Geschwister des Vaters des Stifters Nicolaus Gercken waren:
 


Klick!

Die nebenstehend aufgeführten Linien sind für die
jetzigen Nachkommen von Bedeutung.
Neueinzutragende Familianten erhalten eine so
genannte „acta-Nummer“, die mit einem der
nebenstehenden Buchstaben beginnt, woraus sich
dann auf Bruder oder Schwester von Johann
Gercken, dem Stiftervater, schließen lässt und der
neu Eingetragene weiß, welcher Linie er
entstammt.

Wer aber z.B. Groß- oder Urgroßeltern hat,
die schon eingetragene Familianten waren,
braucht nur bis zu dieser Person den Nachweis
der Blutsverwandtschaft zu erbringen.

Bei Namensähnlichkeiten oder häufig
vorkommenden Namen wird zur Sicherheit
außerdem die Blutsverwandtschaft mit dem
Großvater des Stifters herangezogen.
Es könnten z.B. mehrere
Namensträger Joachim oder Johann oder Anna
oder Elisabeth Gercken zur gleichen Zeit gelebt
haben, denn der Name Gercken kommt ziemlich
häufig vor.
 

Verfasser:
                                   Paul Gerhardt,
                                   Ehrenpatron der Nicolaus Gerckenschen Familienstiftung

Im Mai 2006

 

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